Sonntag, 10. November 2013

ERNTE!

Sehr geehrte Damen und Herren, wir präsentieren hiermit die ersten drei Wochen der Ernte und somit den Beginn der Hochsaison hier auf der Nookanderri Farm! Ein kurzer Überblick, um den Rythmus der Blogeinträge nicht zu unterbrechen.

Wie schon gesagt begannen wir vor 3 Wochen mit dem ernten, und zwar in erster Linie dem ernten von Raps, da dieser schon sehr reif war und auszufallen drohte. In der ersten Woche hatten wir noch einige Mängel an dem neuen Gerät zum Sammeln von Unkrautsamen zu beheben, was unseren Zeitplan etwas gefährdet hat. Nach einer Woche waren wir jedoch fertig und begannen auf der zweiten Farm des Betriebes, der Ballamore Farm, Weizen zu ernten. Die Farm liegt zirka 30 km entfernt nördlich von unserem Haus und ist bekannt für heiße Temperaturen. So wurden wir nicht verschont und konnten bereits in der zweiten Erntewoche angenehme 40+ Grad genießen. Generell steigen die Temperaturen jetzt zunehmends, auch diese Woche soll es großteils um die 40 Grad Lufttemperatur bekommen. Durch die intensive UV-Strahlung der Sonne wird diese noch verstärkt, was das Arbeiten unter freiem Himmel (abgesehen von Drescher- und Traktorfahren) ziemlich anstrengend macht. Wir fahren beide auf dem Drescher oder Traktor, an dem der Überladewagen angehängt ist und tauschen nach Belieben die Positionen. Langsam wird jedoch klar, was jedem von uns mehr Spaß macht und so sitze ich meistens auf dem Drescher und Flo fährt den Überladewagen. Dieser wird im großen fahrbaren Getreidesilo entleert und von dort wiederum in die Getreidelastwagen entleert. Diese können pro Fuhre 65 Tonnen Weizen transportieren.
In dieser Woche waren wir wieder auf der "Homefarm" Nookanderri Farm und haben den Weizen, der aroundiert um die Farm gesät war, gedroschen. Mittlerweile haben wir schon über 1500 Hektar geschafft und somit fast ein Drittel der gesamten Ernte geschafft. Die Tage sind meistens lang und man ist dementsprechend müde am Abend, jedoch brauchen wir die Stunden, um uns unsere Reise, die nach der Ernte angetreten wird auch leisten zu können. Im Schnitt schaffen wir so zirka 90 Stunden die Woche, und es werden noch mehr.
In der kommenden Woche wollen wir beginnen, Lupinen zu ernten, bevor auch diese zu reif werden und ausfallen. Da Weihnachten schon in 6 Wochen ist und wir mit unserem Ziel, die Ernte Mitte Dezember zu beenden noch eher weit entfernt sind, müssen wir uns jetzt noch einmal mehr reinhängen.
Ihr seht also, es ist kein Zuckerschlecken hier im nordöstlichsten Teil des Western Wheatbelt. Die Bedingungen sind denkbar schwierig. Jedoch war uns das ohnehin schon vorher bewusst.

Danke für's Lesen, freut uns sehr nach so langer Zeit noch so viele treue und vor allem aktive Leser zu haben! Wir werden euch natürlich nicht enttäuschen und weiter News aus Oz liefern.

Schluss mit dem Gequatsche, viel Spaß mit den Bildern! :)


Morgentliche Rüstzeit (Tanken, Schmieren, etc.)
Der Überladewagen ("Chaserbin")
Der "Fieldbin" beladet die Trucks


Lunchbox mit Liebe von unserer Gastmutter zubereitet
Wir trinken 4-5 l Wasser pro Tag



Es wird solange geerntet, bis es zu feucht wird
Das Beladen des Fieldbins
Kornsilo, falls der Fieldbin gerade wo anders geparkt ist

Flo wartet auf die nächste Fuhre
7 Tonnen fasst der Kornspeicher des Mähdreschers



Pannen passieren den Besten ;-)
Man sollte keinen Sand in die Plattform bekommen
Am Bildschirm sieht man alles (Feuchtigkeit, Erträge,...), inklusive Ertragsmappe
Der Chef selbst beladet den Truck


Strengstens verboten! zu hohe Brandgefahren





Cheers, euer Bernie und Flo


Freitag, 18. Oktober 2013

Ruhe vor dem Sturm

Ja, wir leben noch! Sind jedoch beschäftigter, als je zuvor. Die Ernte steht vor der Tür und alles, was dazu gehört. Eine kurze Info aus Australien, wie immer druckfrisch. ;)

Wie immer schließen wir am letzten Posteintrag an. In den letzten Wochen wurden wir vor allem von einem ganz bestimmten Gerät/Projekt auf Trab gehalten: genannt wird es "chaff cart". Um es einmal einfach zu erklären: es ist ein Gerät, das vom Mähdrescher hinterher gezogen wird. Sieht eigentlich aus wie ein Anhänger. Wieso? Um Spreu und Unkrautsamen, die beim Ernten anfallen zu sammeln. Die Unkräuter hier sind schon relativ resistent gegen sämtliche Spritzmittel, darum greifen Farmer immer mehr auf diese Methode der Unkrautbekämfung zurück. Lange Rede gar kein Sinn, wir haben jedenfalls gut 3 Wochen
in die Entwicklung und Ausführung sämtlicher Teile und Änderungen investiert, um zu dem Punkt zu gelangen, wo wir jetzt sind. Wir hoffen, dass alles funktioniert und wir nach den anderen Erntevorbereitungen endlich bald losstarten können mit unserer Ernte. Alle Anhänger und auch der Korntank des Dreschers müssen ausgewaschen werden, alles muss tiptop sauber gemacht werden. Für Verunreinigungen oder Schädlinge im Getreide sind hier hohe Geldstrafen ausgesetzt, darum will keiner ein Risiko eingehen.
Wir hatten auch wieder mal eine Woche, in der wir alleine auf der Farm waren. Wir erledigten eine laaange Liste von Arbeiten, die uns unser Chef aufgetragen hatte (Bäume zurückschneiden, sämtliche Öl-, Diesel- und Luftfilterwechsel, Ölwechsel, andere Wartungsarbeiten).
Auch der Spaß kam natürlich wieder mal nicht zu kurz, und zwar auf dem alljährlichen "Firefighting Day" in Yuna gleich in der Nähe. Wie der Name schon beschreibt, duellieren sich hier eine Menge freiwilliger Teilnehmer aus der Umgebung (fast nur Farmer) in verschiedensten Disziplinen. Es traten immer 4 Teams an, die jeweils in einem für uns schon klassischen "Firefighter Ute" saßen. Vom Löschen von Feuern, Aus- und Einpumpen von Wasser aus einer Tonne kombiniert mit Reifenwechseln und noch viel mehr war zeimlich alles dabei, was man sich vorstellen kann. Natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz, so wurden wir von Spanferkel über üppiges Buffet und Bier verköstigt.
Auch halfen wir letzte Woche beim Schlachten von zwei Kühen, von denen eine für unseren Haushalt bestimmt war und für die Ernte das nötige Fleisch liefern wird. Neben unkonventionellen Schlachtmethoden kam natürlich auch das Bier nicht zu kurz. Ein schöner Nachmittag in geselliger Farmerrunde.
Die Temperaturen hierzulande steigen unweigerlich und setzen uns immer mehr zu, zudem auch noch die Luftfeuchtigkeit weit unter 10 % liegt. 35 Grad sind jetzt keine Seltenheit mehr, trotzdem ist es für unseren Chef eigentlich erst angenehm warm. Wir werden sehen, was noch auf uns zu kommt.
Könnte leicht möglich sein, dass wir wegen der Ernte für einige Wochen nichts mehr von uns hören lassen, also nicht verzagen, früher oder später werden wir sicher wieder was für euch hungrige Mäuler bereitstellen!

Fleißig am herumtüfteln für die vielen Extras
Das Gebläse befördert das "Chaff" in den "Cart"
Actionfoto beim Arbeiten
Actionfoto beim Denken
Unser 110 t Fieldbin
Chaserbin
Endlich ist der Header heimgekehrt
Die Arbeit am Mähdrescher nimmt einfach kein Ende
Finally, ein Lichtblick ;-)d
So sieht er aus, dieser "Chaff Cart"
Flo, the lumberjack
Doch mehr Holz, als wir dachten
Sieht doch gleich besser aus
Alles, was man(n) zum Schlachten benötigt
So wird das auf einer Farm gemacht
Alle Firefighters in Startpositon
Bernie, der schnellste Fahrer im Wettbewerb
Start!
Ziemlich anstrengend bei dieser Hitze
Da muss natürlich viel Flüssigkeit zu sich genommen werden
Und zur Feier des Tages...
Da gehts zu unserer Farm
6 Uhr abends, immer noch 30°
Flo, Rohan (der Boss), Bernie
Schlafenszeit



Viele Grüße aus Australien,

Bernie and Flo